PLATINUM-Sprechstunde: Vorsorge

Vorsorge

Impfungen – gegen was und wie oft?

Impfungen – gegen was und wie oft?

Frage: Wenn geimpft werden soll, was sollte man unbedingt impfen und in welchem Abstand?

Unsere PLATINUM Tierärztin: Beim Impfen gilt: So häufig wie nötig, so wenig wie möglich. Durch die Impfung kann man den Hund vor schweren, teils auch mit der besten Behandlung tödlich verlaufenden Erkrankungen schützen.
Bei der Impfung des Hundes kann man sich an der im Internet frei zugänglichen Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin orientieren. Wichtig ist ein Schutz gegen die ansteckende Leberentzündung, Leptospirose, Parvovirose, Staupe und Tollwut. Je nach Impfstoff können sich die Impfabstände nach der Grundimmunisierung unterscheiden, da nicht jeder Hersteller die gleiche Wirkdauer seines Impfstoffes gewährleistet. Die Tollwutimpfung muss häufig nur alle drei Jahre wiederholt werden, die Impfung gegen Leptospirose allerdings jedes Jahr. Das heißt, wer sein Tier impfen möchte, muss einmal im Jahr zum Tierarzt, doch muss nicht jedes Jahr das gleiche geimpft werden! Wenn nötig, besprechen sie noch einmal mit Ihrem Haustierarzt das Impfschema für Ihren Hund!

Impfungen – schonen nach Behandlung?

Impfungen – schonen nach Behandlung?

Frage: Sollte sich mein Hund nach der Impfung schonen oder sollte ich etwas bei meinem Hund nach der Impfung beachten? Woran erkenne ich, wenn es ihm nach der Impfung nicht gut geht?

Unsere PLATINUM Tierärztin: Die meisten Hunde vertragen die jährliche Impfung ohne Probleme. Gerade noch sehr jungen oder sensiblen Hunden merkt man jedoch an, dass sich der Körper mit der Impfung auseinandersetzt. Ist der Hund 1-2 Tage nach der Impfung müder als sonst oder frisst etwas lustloser, kann dies eine völlig normale Reaktion darstellen. Dann sollte man den Hund in dieser Zeit auch schonen. Der Hund sollte jedoch nicht apathisch sein oder hohes Fieber bekommen. Fordert der Hund auch nach der Impfung seine tägliche Bewegung und Spieleinheiten ein, kann man ihm diese wie auch an jedem anderen Tag gewähren. In der Regel zeigt einem der Hund an, wie er sich fühlt. Bei einigen sind die Zeichen sehr deutlich, bei anderen sehr subtil. Mit der Zeit kann man jedoch lernen, auch kleine Veränderungen bei seinem Vierbeiner richtig zu interpretieren!

Kastration – ab wann wird der Rüde geschlechtsreif?

Kastration – ab wann wird der Rüde geschlechtsreif?

Frage: Ich habe einen Rüden (7 Monate), wann würden Sie empfehlen ihn kastrieren zu lassen, weil wir noch eine Hündin im Haus haben?

Unsere PLATINUM Tierärztin: Zu welchem Zeitpunkt ein Rüde bei Anwesenheit einer intakten Hündin kastriert werden muss, hängt davon ab, wann er geschlechtsreif wird. Der Eintritt der Geschlechtsreife, also der Pubertät des Hundes, ist individuell unterschiedlich und tritt bei kleinen Hunden früher ein als bei großen Rassen. Dies kann bei sehr frühreifen Rüden schon mit 5 Monaten der Fall sein oder erst mit 9 Monaten. Anzeichen für das Eintreten der Pubertät sind z.B. das Markierverhalten. Falls eine sichere Trennung der beiden Hunde nicht garantiert werden kann, sollte ihr Rüde vor der nächsten Läufigkeit Ihrer Hündin kastriert werden, um unerwünschten Nachwuchs zu vermeiden.

Kastration nach Scheinträchtigkeit

Kastration nach Scheinträchtigkeit

Frage: Meine Hündin (5 Jahre) ist nach jeder Läufigkeit scheinträchtig und nun haben wir uns zur Kastration entschlossen. Wieviel Tage nach der jetzigen Läufigkeit ist der beste Termin dazu?

Unsere PLATINUM Tierärztin: Wie Sie schon ganz richtig festgestellt haben, sollte man eine Hündin nicht während der Läufigkeit (Östrus)  kastrieren. Zu dieser Zeit ist das Risiko für Komplikationen während einer Operation bedingt durch die gute Durchblutung besonders hoch. Nach dem Östrus schließt sich der Metöstrus, die sogenannte Nachbrunst, an. In dieser Phase klingen die typischen Symptome der Läufigkeit ab, die Hündin ist aber weiterhin hormonell aktiv. In den Eierstöcken entstehen Gelbkörper, die das Schwangerschaftshormon Progesteron bilden. Nach 2-3 Monaten bauen sich diese wieder ab und der Körper befindet sich hormonell gesehen in einer Ruhephase („Anöstrus“). Zu diesem Zeitpunkt ist das Risiko von Komplikationen während einer Kastration am geringsten.

Läufigkeit

Läufigkeit

Frage: Kann meine Hündin (8 Monate) gleich nach ihrer ersten Läufigkeit nochmal läufig werden, wenn sie einen Rüden trifft? Oder wie lange danach kann sie noch Anzeichen dafür zeigen?

Unsere PLATINUM Tierärztin: Eine Hündin wird durch die bloße Anwesenheit eines Rüden nicht sofort wieder läufig werden. Möglicherweise handelte es sich nicht um zwei Blutungen sondern die Hündin hat sich einige Tage vermehrt geputzt. So könnte der Eindruck entstanden sein, dass die Läufigkeit unterbrochen war. Bei einigen, meist sehr jungen Hündinnen, kann aber tatsächlich ein sogenannter „Split-Östrus“ auftreten. Hier scheint erst die normale Läufigkeit aufzutreten, die dann plötzlich unterbrochen wird und sich nach einigen Tagen Pause weiter fortsetzt. Die Dauer der Läufigkeit hängt von der Hündin ab und ist individuell verschieden, meistens dauert sie um die 3 Wochen. Wenn Sie Sorge haben, dass etwas mit der Hündin nach ihrer ersten Läufigkeit nicht stimmt, würde ich sie dem Tierarzt vorstellen.

Tollwutimpfung – wirklich noch sinnvoll?

Tollwutimpfung – wirklich noch sinnvoll?

Frage: Deutschland ist doch offiziell Tollwutfrei. Soll ich die Tollwutimpfung überhaupt noch durchführen lassen?

Unsere PLATINUM Tierärztin: Tollwut ist eine über weite Teile der Welt verbreitete tödliche Erkrankung, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden kann. Die terrestrische und somit nicht durch Fledermäuse übertragene Tollwut ist zum Glück tatsächliche eine Rarität in Deutschland geworden. Unsere einheimischen Fledermäuse hingegen werden immer wieder positiv auf Tollwut getestet. Das Gefährdungspotential von Hunden und Katzen sich mit der Fledermaus-Tollwut zu infizieren, scheint aber eher gering zu sein. Will man sein Tier jedoch mit ins europäische Ausland nehmen -und sei es man fährt nur kurz zum Einkaufen oder Tanken mit dem Hund über die Grenze- ist eine aktuelle Tollwutimpfung verpflichtend. Diese muss im blauen EU-Heimtierausweis eingetragen sein. Auch viele Veranstalter von Hundeausstellungen oder Tierpensionen fordern einen aktuellen Impfschutz.
Aber auch für Tiere die ihre nähere Umgebung niemals verlassen, gibt es Gründe für eine Tollwutimpfung. Wirft man einen Blick in die Tollwut-Verordnung, sieht man einen sehr klaren Vorteil der geimpften gegenüber den ungeimpften Tieren: Wird zum Beispiel in der Nachbarschaft ein an Tollwut erkranktes Tier gefunden, dürfen  alle Kontakttiere getötet werden, wenn sie keinen gültigen Impfschutz aufweisen. Es kommt durchaus vor, dass Menschen im Urlaub einen heimatlosen, scheinbar gesunden Hundewelpen auflesen und mit nach Deutschland bringen. Die Erkrankung kann erst viele Wochen später ausbrechen und wird in der Anfangsphase nicht immer sofort als Tollwut erkannt. Vor allem aus diesem Grund empfiehlt die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin noch immer die Tollwutimpfung bei Hunden und Freigänger-Katzen.

Zecken

Zecken

Frage: Gibt es Alternativen zu den chemischen Mitteln gegen Zecken? Mein Hund hat langes Fell und ich habe es auch schon mit Kokosöl versucht, leider nur mit mäßigem Erfolg.

Unsere PLATINUM Tierärztin: Die Zeckenprophylaxe ist sehr wichtig aufgrund der gefährlichen Erkrankungen, die übertragen werden können. Wirklich zuverlässig sind jedoch nur Spot-ons und bestimmte Zeckenhalsbänder vom Tierarzt. Es wäre schön, es gäbe eine wirksame natürliche Alternative. Ich selbst habe leider noch keine zuverlässige Alternative gefunden. Das Risiko, das von den Zecken ausgeht, ist höher als das durch synthetische Wirkstoffe, weshalb man die Art der Prophylaxe sehr genau abwägen muss.
Generell sollte man Gebiete mit einem hohen Zeckenaufkommen meiden, so befinden sich z.B. viele Zecken im hohen Gras. Zudem sollte man seinen Hund täglich auf das Vorhandensein von Zecken kontrollieren – umso früher Zecken entfernt werden, desto geringer ist das Risiko, dass bereits eine Übertragung von Krankheitserreger stattgefunden hat.

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